Über uns

Tiko wurde am 30. Juli 1999 als eine Gemeinschaftsorientierte Organisation (community-based organization (CBO)) registriert. Tiko war ursprünglich ein Ort für Dorfbewohner, um Lesen und Schreiben zu lernen. Elke, eine in Deutschland geborene Australierin, die nicht nur interkulturelle Psychologie studiert hat, sondern auch eine Ausbildung zur Krankenschwester absolvierte, organisierte im benachbarten St. Francis Missionskrankenhaus Lese- und Schreibkurse. Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner waren dort jedoch nicht willkommen.

Es stellte sich heraus, dass die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner nicht zwingend das Lesen und Schreiben lernen wollten. Sie hatten vielmehr das Bedürfnis, eine bestimmte Fähigkeit zu erlernen mit der sie ein eigenes Einkommen erzielen können. Somit wurden schließlich Kurse ins Leben gerufen, wie zum Beispiel das Weben zu erlernen. Es war nicht zu übersehen, dass diese Art von Lese- und Schreibkurs großen Anklang fand. Da Tiko jedoch kein Geld hatte, wurden gewinnbringende Aktivitäten ins Leben gerufen, um diese Kurse zu finanzieren. Zunächst wurde ein Gästehaus geschaffen, welches auch eine Gästebewirtung voraussetzte. Dafür wurde das Restaurant eröffnet, dass  durch die Versorgung durch einen (Obst-)Garten und Viehhaltung betrieben wurde. Tischler wurden benötigt, man begann außerdem Seifen herzustellen, Matten zu flechten und alle möglichen Arten von Souvenirs wurden fortlaufend zu produzieren.

Die Erwachsenenbildung wurde dann 2004 offiziell eingeführt. Lese- und Schreibkurse in der Muttersprache, sowie andere Fächer bis zur 12. Schulklasse wurden für die 250 Lernwütigen, darunter auch die Tikocrew, angeboten. Die Community School war 2002 aufgrund des großen Bedarfs eröffnet worden. Seit 2005 gibt Tiko in anderen Dörfern insgesamt zehn Kurse zum Thema „Grundlegende Bildung und Entwicklung“ für rund 250 Dorfbewohnerinnen und –Bewohner. Diese treffen sich einmal wöchentlich in Tiko, um über ihre Tätigkeiten zu berichten und um mehr Training sowie Hilfe zu bekommen. Es sind 25 „home-based carers“ mit ihren Kollegen unterwegs, 21 Dörfer züchten Tauben (um Mangelernährung zu vermeiden und Einkommen zu erzielen) und mehr als 30 Gemüsegärten sind in Arbeit. Drei Dörfer sind auf dem besten Wege „kleine Tikos“ zu werden. Ein wesentlicher Bestandteil aller Aktivitäten ist die „HIV/ Aids Education“, wofür momentan zwei Beraterinnen in Tiko verantwortlich sind.

 

Geschlechterverhältnis

Rund die Hälfte der Tikocrew besteht aus Frauen. Nichtsdestotrotz gibt es Jobs wie Gartenarbeit und Nachtwache, die bisweilen nur von männlichen Freiwilligen ausgeführt werden. Man ist darum bemüht, möglichst viele junge Menschen in Tiko zu involvieren. Vor Kurzem konnte eine große Anzahl von Absolventen der 12. Klasse mittlere und höhere Managementjobs in Tiko übernehmen.

Leitung

Tiko wird von einem Management Komitee geführt, welches sich jeden Montag für bis zu drei Stunden trifft. Es umfasst 30 Leute, und zwar die Vertreter der jeweiligen Bereiche in Tiko sowie jene anderer involvierter Gruppen. Hierzu zählt zum Beispiel das Stammesoberhaupt der 44 Bezirke/ Dörfer innerhalb Tiko’s Einzugsgebiet als auch die PTA (Eltern-Lehrer Vereinigung). Es werden Berichte vorgestellt, Probleme diskutiert und Entscheidungen gefällt, wobei sehr gründlich vorgegangen wird. Tiko wird finanziell hauptsächlich durch „Friends of Tiko“ unterstützt, wobei es sich zunächst um Freunde von Elke handelte, welche dann immer mehr Freunde ihrerseits involvierten. Hinzu kam die anglikanische Kirche aus Australien, Rotarier aus der ganzen Welt, Craids und Prepfar und viele mehr.

Schlussfolgerungen

Die rund 20 000 Menschen um Tiko herum können am besten als ein freundliches Volk beschrieben werden, welches allerdings immer noch im Mittelalter lebt. Aufgrund der mangelnden Kenntnisse aus den Naturwissenschaften, spielt Zauberei bei den Menschen eine große Rolle, von denen die Hälfte nicht einmal Lesen und Schreiben kann. Daher wird der Fortschritt eher verzögert einsetzen, doch Beständigkeit zahlt sich aus. Vor vielen Jahren wurde beispielsweise der Tikocrew Geld für einen eigenen Garten zur Verfügung gestellt. Dieses stieß jedoch auf wenig Interesse. In diesem Jahr jedoch, wurde angesichts der schlechten Lebensmittelversorgung diese Idee sehr beliebt.

Tiko’s Zukunftsvorstellung ist es, Armut mit Bildung und der Hilfe der IGA’s (Einkommen generierenden Aktivitäten) zu bekämpfen. Wichtigste Priorität gilt jedoch der Lebensmittelsicherheit sowie der Hungerhilfe. Aus diesem Grunde gibt Tiko Unterrichtsstunden über die wesentlichen Aspekte zum Thema Gesundheit. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen dort, dass Krankheiten nicht durch Zauberei zu Stande kommen, sondern, dass es sich vielmehr um Mikroorganismen handelt, die unserer Gesundheit schaden können. Daraus wiederum wird die absolute Notwendigkeit von Hygiene, sauberem Wasser und sanitären Anlagen ersichtlich. Auch bezüglich der Ernährung wird darauf hingewiesen, dass man den Maisbrei ‚Shima‘ zwar gut essen kann, allerdings braucht es eine ausgewogene Ernährung um die eigenen Abwehrkräfte zu stärken. Zur eigenen Beruhigung und Sicherheit sollte auch das bereits eingeführte VCT (freiwillige Beratung und Test) für jedermann obligatorisch sein, um somit einen Beitrag zur Aidsprävention und –Hilfe zu leisten.

Unterrichtsstunden zum Thema ’nachhaltiger Ackerbau und Viehzucht‘ waren immer schon Bestandteil der Kurse, die Tiko anbietet. Nun umfassen diese allerdings auch eine Besprechung der wichtigsten Anwendungen und Produkte in der Landwirtschaft. Auf künstliche Düngemittel sowie ausreichend Regen für das Maiswachstum kann man sich nicht mehr verlassen. Dahingegen gibt es eine Umstellung auf Sorghum, für welches Saatgut ausgeteilt wird. Desweiteren konzentriert man sich nun auf das Kompostieren, die Herstellung von Dünger (‚maure Team‘) aus Viehdung sowie das Errichten von Komposttoiletten. Es gibt ein Dorf, in welchem eine Person konservative landwirtschaftliche Methoden schon seit Jahren angewendet hat und damit immer überragende Resultate erzielen konnte. Niemand hat sich daran jedoch ein Beispiel genommen. Nun haben drei Frauen, welche die Kurse besucht haben, mit ‚gamphani‘ angefangen- der Fortschritt ist langsam, aber möglich, sofern den Menschen genügend Zeit gegeben wird. Sie sollen nicht das Gefühl haben, zu etwas gedrängt zu werden, sondern vielmehr lernen durch eigene Entdeckungen lernen.

Herausforderungen

Tiko hat erst kürzlich seinen 10. Geburtstag gefeiert und geht hoffentlich von der ‚Pionierphase‘ bald in die ‚Konsolidierungsphase‘ über. Dies ist besonders wünschenswert zumal die Gründerin von Tikondane das Pensionsalter längst erreicht hat. Ein Drittel von Tiko’s Fortschritt lässt sich auf die IGA’s (Einkommen generierende Aktivitäten) zurückführen, welche Tiko mit rund 62 Millionen ZMK (Sambischer Kwacha = Landeswährung) im Monat finanziell unterstützen. Ein weiteres Drittel kommt aus regelmäßigen Spenden von sehr großzügigen Freunden Tiko’s. Das letzte Drittel jedoch muss jeden Monat auf irgendeine Art und Weise herangeschafft werden, was verdeutlicht, dass es noch keine Nachhaltigkeit gibt. Tiko hat schon immer von der Hand in den Mund gelebt und braucht Verbesserung in vielen Bereichen. Ein strategischer Plan wurde durch eine Gruppe von holländischen Freunden von Tiko in Auftrag gegeben und wird gerade fertig gestellt. Die wichtigsten Vorschläge sind:

  • Ausbau der Arbeit in zwei Bereichen von besonderer Wichtigkeit
    • Gesundheit und HIV/ Aids
    • Bildung und Kampagnen für sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt sowie VCT- Einrichtungen in Tiko (diese können wiederum für Lehrer der Community und Adult Education als Büro genutzt werden)
  • Verbesserung der organisatorischen Auslastung und Nachhaltigkeit durch das Anschaffen einer Schreibtafel sowie durch Training und Weiterbildung des bereits bestehenden Personals. – Unterricht in ‚Bewerbungsschreiben‘ und Projektmanagement als auch Buchhaltung
  • Rationalisierungsmaßnahmen und Verbesserung der IGA`s, insbesondere durch Bereitstellung einer angemessenen Unterkunft, welche zurzeit noch fehlt.

Es wäre eine große Bereicherung, wenn Tiko Unterstützung von Crusade erfahren dürfte in eines oder mehreren der aufgeführten Bereiche. Nur wenn Tiko und sein Team zur Nachhaltigkeit gelangt, kann der soziale Dienst an anderen weitergehen, sich verbessern und über die Zeit hinweg vergrößern – für ein besseres Katete.

Zikomo kwambiri- Vielen Dank

Förderverein: „Freunde von Tikondane“ (seit 2013)

 

Liebe Freunde von Tikondane, wie die Überschrift bereits verkündet, der Verein ist vom örtlichen Finanzamt (Steinfurt) legitimiert und bereits seit 2013 in Aktion. Hier finden Sie unsere Satzung als pdf. Unter den vielen weltweiten Unterstützern von dem Projekt Tikondane, in Katete (Sambia) bestehen wir als eine Möglichkeit Unterstützung zu leisten. Wir sammeln Spendengelder deutschlandweit und dienen auch als Informationsquelle, wenn Sie Fragen zu Tikondane haben. Auf dieser Internetseite finden Sie:

Von den Mitgliedern werden jeweils im Juli die Jahresbeiträge (dieser ist auf ein Minimum angelegt, um jedem die Mitgliedschaft zu ermöglichen) eingezogen. Wenn gewünscht können auch individuelle Beträge vereinbart und Spendenquittungen versandt werden (siehe oben). Für Informationen zu Spenden in Deutschland kann auch unser Vereins-Schatzmeister Helmut Hagemann direkt kontaktiert werden: hel.hagemann@t-online.de

Bis dahin alles Gute und vielen Dank für die ehrenamtliche Unterstützung, Christoph Kluck (Freunde von Tikondane e.V.)
(Für Fragen und Informationen: christoph.kluck@tikondane.de)

Anmledung Tikondane Community Centre