2018 Newsletter Nr. 5

Liebe Tiko-Freunde,

der Strom war einfach weg und all die eMails, die ich schreiben wollte, müssen sich gedulden – wahrscheinlich den ganzen Tag, obwohl keine Warnung erfolgte. Das ist nun mal Afrika.

Lassen Sie mich sagen, wie dankbar ich persönlich bin für Ihr nicht enden wollendes Interesse an Tikos Schicksal, das aus der Ferne zugleich bizarr und wunderbar klingen musste und erst etwas verständlicher wurde, wenn Sie es aus eigener Anschauung mitbekommen konnten. Es ist ein Wunder, dass es uns noch immer gibt – und das verdanken wir Ihnen.

Wie üblich, bin ich nicht sicher, ob ab Januar noch genügend Geld vorhanden sein wird, aber da ich das schon seit 19 Jahren glaube, besteht die Aussicht, dass wir doch noch genügend Mittel haben werden. Das kommende Jahr bringt den 20. Jahrestag der Registrierung des Tikondane Community Centers; daher habe ich mich definitiv entschlossen, dass meine Reise im April meine letzte Rundreise nach Europa sein wird. Tiko ist voller Ideen und wir stehen vor einer Reihe aufregender Entwicklungen, wie Sie sehen werden, wenn Sie diesen Newsletter weiterlesen.

Alan Murphy, ein guter Freund und Förderer Tikos, hat im Sambia-Reiseführer von Lonely Planet und in den Newslettern der Round Trip Foundation über uns geschrieben.

Im Folgenden können Sie nachlesen, was er in seinem jüngsten Newsletter über Tiko und Sambia geschrieben hat.

Feiern zum 70. Jahrestag des St. Francis Hospitals

Tiko nähert sich seinem 20. Geburtstag, aber unser Nachbar, das St. Francis Hospital, ist uns mit seinem 70. weit voraus – ein guter Grund für eine große Feier mit Gästen aus Nah und Fern und natürlich auch mit der Geistlichkeit.

Über die Jahre hinweg kamen Mitglieder dieser Gruppe und andere Leute, um im St. Francis für ein paar Wochen auszuhelfen

Volontäre und Besucher

Besonders in diesem Jahr mit nur wenigen Volontären hatten wir mehr Gäste. Sie brachten sich in unsere Arbeit ein und schätzten es, wie Tiko organisiert ist und es ermöglicht, mit den einheimischen Menschen in Kontakt zu treten. Derzeit sind einige junge Leute bei uns, von denen zwei auf dem Weg zum Wildreservat waren. Sie hatten im Reiseführer von uns gelesen, worauf sie bei uns blieben und uns nun großartig helfen. Eine Kettenreaktion. Durch Nicolas, einen eifrigen Fotografen, der um die Welt reist, wurden wir mit Tomer aus Israel bekannt gemacht.

Ihnen folgten Pien (Jacqueline) aus Deutschland und Itziari, eine Baskin.

Sie lebten sich alle schnell ein und halfen Tiko mit voller Begeisterung. Es sollten noch andere kommen; über die im nächsten Newsletter mehr!

Ein merkwürdiges Duo: Die weiterführende Schule und Silos

Wir schätzen uns sehr glücklich, dass Tiko die dringlich erforderliche weiterführende Schule beherbergt und von der Miete profitieren kann. Das Schuljahr beginnt hier im Januar; dann benötigen wir zwei neue Klassenräume. Einen Raum benutzen wir als Lager für Säcke mit Mais, Erdnüssen, Kuhbohnen, Sonnenblumensamen, Straucherbsen und Sojabohnen. Jetzt müssen diese Säcke in einen anderen Raum. Eine Lösung wäre, mehr Silos anzuschaffen. Ein Silo kostet US$ 180 und wir

benötigen mindestens fünf. Der große Vorteil von Silos besteht aber darin, dass der Inhalt luftabgeschlossen und sicher vor Räubern ist, während Säcke alle vier Wochen chemisch behandelt werden müssen.

Wenn die neuen Silos in der Guernsey Great Hall stehen und die restlichen Produkte in den rückwärtigen Räumen von Davids Den lagern, erhält die weiterführende Schule ein zusätzliches Klassenzimmer.

Die jüngsten Neuigkeiten für diejenigen, die besonders an Tikos Hunden interessiert sind

Ich habe eine Hundefamilie im Haus – Mutter Brownie mochte die „Nester“, die wir draußen hergerichtet hatten, nicht und zog es vor, sieben glückliche Welpen unter meinem Bett zur Welt zu bringen. Wir verfrachteten sie sogleich in ihre Hütte, doch Mkhango junior trat auf den Plan und wollte einen Welpen in ihrem Maul in ihre eigene Box tragen! Ich schritt dagegen ein und trug den Welpen zurück. Daraufhin hob Brownie den Kleinen auf und trug ihn in Mkhangos Box zurück, als wollte sie sagen „Hier, bitte schön, Tante, er gehört dir; ich habe noch genug!“ Nun denn, Tante Mkhango hat aber leider keine Milch und so nahm ich den Kleinen wieder an mich und ließ die Hundefamilie in mein Haus, um weitere Entführungen zu verhindern. Bis jetzt ist alles in Ordnung; Auntie kommt zu Besuch, aber die Welpen sind zu groß, als dass sie noch fortgetragen werden könnten. Es ist jetzt aber so heiß, dass ich nachmittags immer die ganze Bande in meinem Haus habe. Andererseits ist das aber auch eine Gelegenheit, sie näher kennen zu lernen – drei Jungen und vier Mädchen. Dem Tierarzt haben wir für eine Luxusimpfung $ 6 pro Hund gezahlt! Diesmal wollen wir die Hunde verkaufen – mal sehen, wie das läuft.

Tiko Balanced Diet Ltd.

Die größte Neuigkeit ist vielleicht, dass wir einen Arm der Tiko NGO ins Leben gerufen haben, nämlich die Tiko Balanced Diet Ltd. Wir haben das in der Hoffnung getan, Hilfe von MUSIKA zu erhalten, einer sambischen NGO, die nur Unternehmen Hilfe leistet. Sie haben das gleiche Ziel wie wir, nämlich die ärmsten Frauen bei der Verwirklichung von nachhaltigem Wirtschaften zu unterstützen. Für 50 Haushalte in den 50 Frauenclubs,mit denen wir uns befassen, bitten wir um die Bereitstellung von Wasser, damit sie Produkte erzeugen können, die wir mit einer Wertsteigerung verkaufen können. Unser Hauptprodukt wird unser Nahrungsergänzungsmittel ONENEPA sein, das seinen Wert bereits bei der Behandlung unterernährter junger Kinder und als Nahrungszusatz bei an AIDS erkrankten Menschen bewiesen hat. Bevor wir jedoch eine Marketing-Kampagne starten können, brauchen wir Etiketten und einen Strichcode sowie die Hilfe des Bureau of Standards. An Personal haben wir bereits drei Frauen, nämlich die Vorsitzenden Ennie und Alice und als Sekretärin Vera. Ennie und mehrere andere stellen ONENEPA her, das wir schon in unserem ersten Crowdfunding-Projekt mit Erfolg eingesetzt haben, indem wir es bei Bedarf unserem Team oder auch Müttern gegeben haben, die mit ihren unterernährten Kindern von außerhalb zu uns kamen.

Traurigerweise ist Dr. Holger Schilling von „Ärzten ohne Grenzen“ bei einem Unfall mit seinem Fahrrad ums Leben gekommen. Er hatte uns während unseres Aufenthaltes in Tübingen das Rezept für ONENEPA gegeben. Es ist ein gewaltiger Verlust und schmerzt sehr. Das einzige, das wir glauben tun zu können, um den Verlust erträglich zu halten, ist, dass wir alles daran setzen, ONENEPA zu einer Erfolgsgeschichte zu machen und viele Kinder so gut es nur geht wachsen und gedeihen zu lassen.

Aus dem Newsletter von Alan Murphy von der Round Trip Foundation

Erzieher in Tiko

Die Gemeinde Tikondane ist sich bewusst, dass Beschäftigung und Bildung entscheidend sind für den Weg aus der Armut. Tiko unterhält viele Bildungsprogramme, darunter frühkindliche Erziehung, Vermittlung von

Lesen und Schreiben, Englischunterricht, Familien-Ernährung, Hygiene und Bau sanitärer Anlagen. Außerdem HIV/AIDS-Aufklärung, Berufsbildung, Arbeit mit dem Computer und das Programm „19 Schritte aus der Armut“. Diese Bildungsprogramme tragen dazu bei, dass es der Gemeinde und jedem Einzelnen auf lange Sicht besser geht. Die frühkindliche Erziehung schafft eine gute Basis dafür, dass die Kinder der Gemeinde wachsen und gedeihen.

Im vergangenen Monat haben wir Mwasei Banda vorgestellt, der das Zentrum für frühkindliche Erziehung leitet. Zwei andere Lehrer im Bereich frühkindliche Erziehung sind Dorothy und Emmanuel. Dorothy unterrichtet hier am Vormittag, nachmittags unterrichtet sie junge Frauen von außerhalb, die in Tikos Gärten arbeiten, in Englisch und Chichewa. Als Kind besuchte Emmanuel die Vorschule in Tikondane, jetzt ist er im Alter von 25 Jahren jeden Morgen wieder im Zentrum für frühkindliche Erziehung. Er hat Übung auf diesem Gebiet, doch würde er sich gerne weiterbilden, um ein Diplom oder gar einen noch höheren Abschluss zu erreichen.

Emmanuel hat so viel Freude an der Arbeit mit den Kindern, dass er um 4 Uhr aufsteht. Mit seinem Fahrrad fährt er dann jeden Tag 33 Kilometer, um gegen 8 Uhr in Tikondane zu sein. Mittags fährt er wieder heim, um sich um seine alte Mutter zu kümmern. Er hat mitbekommen, dass andere Zentren für frühkindliche Erziehung in der Gegend einige der tollen Unterrichtsmaterialien, die Tiko herstellt, kaufen möchten, und so ist er auf der Suche nach Wegen, wie er sie zu einem akzeptablen Preis verkaufen kann.

Christine leitet ein anderes Bildungsprojekt. Sie koordiniert ein Training für häusliches Pflegepersonal und HIV/AIDS-Patienten. Sie reist auch von Dorf zu Dorf und begleitet Joyce, die einen traditionellen Tanz für die Initiation von Mädchen einstudiert – im Zuge eines neuen Lehrplans, der die Gleichheit der Geschlechter unterstreicht und die Rechte der Frauen, „nein“ zu sagen zu sexuellen Avancen, Belästigungen und zu sexueller Gewalt. Dieses Programm wird mit einem dramatischen Schauspiel unterstützt; beides zusammen scheint einen guten Beitrag zum Rückgang von Schwangerschaften unter Teenagern zu leisten. Christine ist seit der Gründung der Tikondane-Gruppe dabei und man kennt sie in allen 53

Dörfern in der Gegend als leidenschaftliche Verfechterin der „19 Schritte aus der Armut“ und als Organisatorin von Aktivitäten bei offiziellen Anlässen wie dem AIDS-Tag, dem Unabhängigkeitstag und dem Frauentag. Die Tikondane-Gemeinde hat das Ziel, innerhalb der nächsten zehn Jahre autark zu sein. Indem man sich auf Bildung, berufliche Weiterbildung und nachhaltige Landwirtschaft konzentriert, soll sichergestellt werden, dass niemand zurückgelassen wird. Was für ein wunderbares Ziel einer jeden Gemeinschaft!

Wussten Sie?

Im Binnenland Sambia gehören die folgenden Fakten zu den am schwersten zu verdauenden:

  • Die Armut ist am schwersten in ländlichen Regionen wie dem ostsambischen Katete, wo 83 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben.
  • Circa 40 % der Kinder im Land erhalten keine ausreichende Nahrung, was zu Kleinwüchsigkeit und Verkümmerung führt.
  • Aufgrund der überaus hohen Kosten für Nahrungsmittel geben Familien 64 % ihres Einkommens aus, um ihren Nahrungsbedarf wenigstens einigermaßen zu sichern.
  • Über 14 % der Menschen haben HIV und fast 2 Millionen Kinder sind infolge der Krankheit Waisen.
  • Die Sambier gehören all dieser Widrigkeiten zum Trotz weiterhin zu den freundlichsten und gastfreundlichsten Afrikanern, denen man begegnen kann.

Das war diesmal ein kürzerer Newsletter, da wir sehr mit den unterschiedlichsten Projekten beschäftigt sind – sowohl eigenen als auch solchen in Kooperation mit anderen, wie z. B. einem im Dorf Gumbi, von dem ich das nächste Mal mehr erzählen werde.

Herzlichen Dank, dass Sie mit uns sind. Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Wichtig: Bankkonten in Chipata. Das Projektkonto wird ausschließlich für das „19 Schritte aus der Armut Projekt“ genutzt. Alle zukünftigen Zahlungen sollten auf das Hauptkonto (General Account) gemacht werden: Tikondane Community Centre A/c No: 04-1097493

Webseite: www.tikondane.org Deutsch: www.tikondane.de

Zu Konto-Details für Spenden siehe „Spenden-Seite“ (Donations page) und PayPal

Dieser Newsletter wurde von einem Tiko-Freund in Großbritannien verschickt. Richten Sie jegliche Anfragen/Newsletter-Abonnierungen oder -Kündigungen/Kontakt-Updates an tikoeducation@gmail.com

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