2019 Newsletter Nr. 3

Liebe Freunde,

nach meiner Reise durch die Schweiz, Deutschland, die Niederlande, Guernsey, Schottland und England bin ich wieder zu Hause in Tiko. Ich bedanke mich für die  Großzügigkeit alter und neuer Freunde. Leider erhielten einige von ihnen ein Geschenk von mir in Form einer Erkältung, die ich aus Tiko mitgebracht hatte. Es gab einige echte Ärgernisse. So konnte ich meine e-Mails nicht öffnen, da mein Provider aus Sicherheitsgründen meine Identifizierung per Handy verlangte; das befand sich aber leider in Sambia. Auch gab es Probleme mit der Tastatur meines Minicomputers, doch überall verschafften mir Freunde Zugang zu ihren Computern und Mail-Diensten. Es war auch nicht so einfach, die Power-Point-Präsentation durchzuführen – die Systeme sind einfach zu unterschiedlich. Zu den Problemen gehörte auch das zum Aufhübschen des Ganzen erforderliche Einbringen von Fotos; aber es hat irgendwie stets geklappt und ich freue mich sagen zu können, dass die Präsentation den Zuschauern gefallen hat.

Glücklicherweise fand ich Tiko bei meiner Rückkehr in den sicheren Händen des Leitungskomitees sowie des gesamten Teams.

 

Sonderwunsch an Freunde in Australien – Verlorene Adresse – Hilfe benötigt

Leider habe ich die Adresse von Patrick verloren, der ein enger Freund wurde, als wir 1998/99 einen Pflegekurs an der Sydney University machten. Meine Hoffnung ist nun, dass meine Tiko-Freunde in Australien, die ihn kennen, ihn bitten könnten, mir erneut zu schreiben. Mir wäre es ganz arg, den Kontakt zu ihm zu verlieren!

  

„Wahre Fakten“ („Factfulness“)

 In Edinburgh wurde mir Hans Roslings Buch „Factfulness“ vorgestellt, in dem er die Weltbevölkerung auf der Grundlage des Lebensstandards der Menschen betrachtet. Er hat vier Einkommensklassen für Menschen auf der ganzen Welt definiert und zeigt die bemerkenswerte Ähnlichkeit auf, mit der sich die Menschen jeder einzelnen Klasse entwickeln.

Für die meisten Leser wird es überraschend sein, dass immer mehr Menschen in höhere Gruppen aufgestiegen sind. Bekanntlich hat sich jedoch in Afrika südlich der Sahara am wenigsten verändert. Dort leben noch immer zu viele Menschen in der ersten Gruppe  – ohne Nahrungssicherheit, saubere Wasserversorgung und sichere Wohnverhältnisse – also in unserer Region.

 

Die Taschengeldgruppe

Alle Kinder, die auf eine weiterführende Schule gehen, träumen von einem Bürojob, den sie jedoch nie erreichen können. Sie neigen dazu, die Arbeit auf den Feldern zu verabscheuen.

Als die Regierung  den Schulen erlaubte, ihre Gebühren zu verdoppeln, beschlossen wir, dass Tiko-Stipendiaten – um sich Taschengeld zu verdienen – unbedingt lernen müssten, Gemüse anzubauen. Mit dem Taschengeld  könnten sie dann ihren Eltern und sich selbst helfen. Wir glauben, dass Teenager-Schwangerschaften, Kinderehen und noch vieles andere mehr ein Grund dafür sind, dass die Jugendlichen Geld brauchen. Wir waren sehr überrascht, dass die Eltern – und auch die Kinder! – dies für eine großartige Idee hielten. Eine Grundeinstellung hat sich verändert!

Oben: Die Stipendiaten versammeln sich im Gartenbereich um Tikos Guernsey-Bohrloch und helfen bei der Pflege des Wintermaises, den Tiko zum ersten Mal anpflanzt.

Samstags kamen sogleich viele Kinder, um zu lernen, wie man Kompost macht und in einem Sackgarten Gemüse anbaut. Die Kinder, die weiter entfernte Schulen besuchen, wurden gebeten, in den Ferien das gleiche Programm zu absolvieren. Wir arbeiten noch an Zahlen, sind aber sehr froh, dass die Regierung aufgrund vieler Beschwerden die von den Schulen verlangten Gebühren  gesenkt hat. Wir hoffen, dass niedrigere Beträge für das zweite Semester die große Summe für das erste Semester wettmachen können, obwohl jetzt alle Kinder dem Projekt beitreten und etwas Geld für die Schulgebühren verdienen möchten. Sechsundzwanzig Eltern hatten im Januar Schulgeld gezahlt, so dass wir sagen können, dass nach unseren Maßstäben 33 % des Tiko-Teams aus der Armut herausgekommen sind.

 

Protein-Projekt

Im vorherigen Newsletter wurde dieses Projekt als unser neues GlobalGiving-Crowdfunding-Projekt vorgestellt. Dies folgt auf unser Projekt zur Bewertung und Bekämpfung der hohen Unterernährungsrate bei Kindern unter fünf Jahren im Distrikt Katete. Während unseres ersten Projekts haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Menschen nur sehr zögerlich ein Kind  bevorzugen. Daher haben wir diesmal die gesamte Familie einbezogen.

Die Mitglieder des Tikondane Community Centers haben sich bereit erklärt, an einem Versuch teilzunehmen, bei dem Gewicht und Körpergröße aller Mitglieder ihrer Familie viermal im Jahr aufgezeichnet werden. Die Karteikarten der Kliniken werden verwendet, um die Wachstumsrate und den allgemeinen Gesundheitszustand der Kinder unter fünf Jahren zu bewerten. Während des Wiegens werden wir uns auch nach Ernährungs- und Gesundheitsproblemen erkundigen.

Rechts: Tigris auf der neuen Waage, die wir auch für kleine Kinder nutzen können, wenn sie von einem Erwachsenen gehalten werden.

Diesmal sind die Familienmitglieder des Tiko-Teams die Versuchskaninchen, so dass wir die Daten leichter sammeln können. Bereits vor Bekanntgabe des neuen GlobalGiving Crowdfunding-Projekts wurden fünfzig Kinder gewogen.

Wir werden nicht nur alle 3 Monate Körpergröße und -gewicht messen, sondern monatlich auch die Krankenhaus-Karteikarten der Unter-fünf-jährigen überprüfen.Wir werden auch Fragen zur Ernährung und zu vielen anderen Armutsindizes stellen, einschließlich einiger neuer Ideen von Hans Rosling (siehe oben).

In Katete ist es traditionell üblich, Erdnüsse zu zerstampfen und den Brei (Nsinjiro) mit Gemüse zu mischen. Daher erbitten wir nichts Neues, wenn wir sagen, dass unsere 70 Mitglieder in Tiko Moringa und Erdnüsse anbauen und jeden Tag essen müssen, um ihrer Nahrung Protein zuzuführen. Tiko übergibt jeder Familie alle zwei Wochen zur Ergänzung der Ernte und der Sojabohnen ein Kilo Erdnüsse.

Links: Bensons Mutter, die nach traditioneller Methode Erdnüsse zerstampft.

Mittlerweile arbeiten wir bereits mit unseren Mitgliedern daran, Zäune zu bauen, um streunende Kühe fernzuhalten. (Glücklicherweise haben wir dazu viel Hilfe aus Australien erhalten). Wir brauchen Wasser, wenn unsere Leute gesunde Nahrungsmittel und Produkte für den Markt anbauen sollen. Es ist noch ein weiter Weg, bis alle Dörfer über Elektrizität verfügen; daher wollen wir Brennholz zu einer erneuerbaren Energiequelle machen, indem wir jede Familie verpflichten, zehn Bäume für Brennholz zu pflanzen. Wir führen Glyricida ein, einen schnell wachsenden, stickstoffhaltigen Baum, den man für Treibstoff, Hecken, Viehfutter und überraschenderweise auch für Ratten- und Mäusegift verwenden kann!

Ein energiesparender Ofen. Die dünneren Glyricidiazweige werden aber effektiver sein.

Unsere gut gedeihenden Moringa-Setzlinge in der „Baumschule“.

 

Untersuchung von Bedarf und Versorgung mit Elektrizität in den Dörfern des Katete-Distrikts

Dieses Projekt wurde in unserem letzten Newsletter vorgestellt. Die 400 detaillierten Interviews wurden abgeschlossen und wir freuen uns, berichten zu können, dass die Forscher der Universität Kapstadt mit der harten Arbeit der Praktikanten und dem Ergebnis sehr zufrieden waren. Tiko war maßgeblich an der Vorbereitung der Fragebögen und der Durchführung der Interviews beteiligt. Die Praktikanten stellten die Fragen auf eine Art und Weise, die die Dorfbewohner verstehen konnten. Im Oktober wird an der Evaluierung weitergearbeitet, woraufhin wir Bericht erstatten werden. Die bisherigen Ergebnisse werden nun von den Universitäten bewertet und wir hoffen, dass wir in künftigen Untersuchungen zusammenarbeiten können. In Tiko ist es unser oberstes Ziel, Menschen aus der Armut zu befreien. Ich bin sehr stolz auf das Team, das den harten Job mit Begeisterung angenommen hat.

 

Power-Point-Präsentation 

Es ist üblich geworden, dass ich eine Power-Point-Präsentation erstellen und diese auf meiner Reise den alten Freunden von Tiko und potenziellen neuen vorführe. Dieses Jahr zeigt sich, dass wir offenbar die Rolle eines inoffiziellen Sozialamts übernommen haben. Seit vielen Jahren helfen wir Patienten, die aus dem St. Francis Hospital entlassen wurden, nach Hause zu kommen. Sie sind die unglücklichsten Menschen, auf die Sie jemals in Tiko stoßen können, aber es gibt ein VORHER- und ein NACHHER-Foto in unserer Power-Point-Darstellung; darüber hinaus auch noch vieles andere Interessante. Wenn Sie sie gerne anschauen möchten, richten Sie bitte über tikoeducation @gmail eine Anfrage an mich und wir senden Ihnen die Power-Point-Datei zu.

 

Ein herzliches Dankeschön an alle meine Gastgeber, die so gute Freunde von Tiko sind.

Neue Generation: Ich freue mich, über die neue Generation berichten zu können, die ich getroffen habe. Eddie, Will und Elodie – seid herzlich willkommen! Sie sind die Kinder von drei Paaren, die alle Volontäre in Tiko waren und uns als Tiko-Freunde erhalten geblieben sind. Wie klug doch die Kinder, die sich solche Eltern ausgesucht haben! Einige der Gastgeber in meiner Altersgruppe sind auf die Hilfe von Kindern oder Enkelkindern angewiesen, um mit der modernen IT klarzukommen, auf die wir trotz gelegentlicher Frustrationen nicht verzichten können, so wie Tiko auch nicht ohne Sie auskommen könnte.

 

Ich verabschiede mich von Ihnen mit einem herzlichen Dankeschön an alle Gastgeber und für ihre Geduld. Auch danke ich all denen, die von uns erfahren haben und uns auf andere Weise helfen. Bedenken Sie, wenn ein halber Dollar pro Woche Kinder in Tiko glücklich macht, wie viel mehr jeder ganze Dollar, Euro oder jedes Pfund bewirken kann und wie viel Sie uns in diesen 20 Jahren geholfen haben. Ich kann nur mit meinem Team sagen, Gott ist groß! Gesegnet seid ihr alle!

 

Mit all meiner Liebe und der meiner Mannschaft

Ihre/Eure Elke

 

Wichtig: Bankkonten in Chipata. Das Projektkonto wird ausschließlich für das „19 Schritte aus der Armut Projekt“ genutzt. Alle zukünftigen Zahlungen sollten auf das Hauptkonto (General Account) gemacht werden: Tikondane Community Centre A/c No: 04-1097493 Webseite: www.tikondane.org Deutsch: www.tikondane.de Zu Konto-Details für Spenden siehe „Spenden-Seite“ (Donations page) und PayPal Dieser Newsletter wurde von einem Tiko-Freund in Großbritannien verschickt. Richten Sie jegliche Anfragen/Newsletter-Abonnierungen oder -Kündigungen/Kontakt-Updates an tikoeducation@gmail.com

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