2019 Newsletter Nr. 4

Liebe Freunde,

zunächst möchte ich mich dafür entschuldigen, dass dieser Newsletter so spät kommt. Unsere wundervolle Lorraine, die immer unseren Newsletter schreibt, ist hingefallen und hat sich dabei am Rücken verletzt. Sie hatte große Schmerzen und konnte eine Weile nicht schreiben. Unsere Freundin Claire in London bot sich an zu helfen, hatte dann aber eine Zeitlang sehr viel zu tun. Es war also eine Teamarbeit, diesen Newsletter zusammenzustellen. Wie Sie sehen, sind wir aber immer noch hier!

Wir hoffen, dass Sie bemerkt haben, dass wir für all Ihre Hilfe – in welcher Form auch immer – sehr dankbar sind. Der Besuch von Jens ist nur ein weiteres Beispiel für die wunderbare Unterstützung, die wir erhalten. Jens kam dieses Jahr zum 13. Mal nach Tiko (13 ist übrigens meine Glückszahl; mein Bruder wurde an einem 13. geboren.) und wieder brachte er besonders nette Kollegen und Freunde mit. Sie kamen nicht nur mit finanzieller Hilfe der Tübinger „Freunde von Tiko“, sondern auch mit zehn Koffern voller Gegenstände und Kleidungsstücke, die einst ihre Vorbesitzer geliebt hatten.
Jens brachte auch zwei Bosch-Maschinen für den Schreiner, mit der man Bausteine ​​herstellen kann, UND ein Entwässerungsgerät für unser Gemüse. Jetzt können wir alles zusätzliche Gemüse trocknen, um es in der Zeit des Hungers zur Verfügung zu haben. Doch das Schönste, was Jens sagte, ist, dass er wiederkommen werde. Danke, Jens und all den wundervollen Leuten, die mit ihm gekommen sind.

Eine von Jens‘ Freunden, Claudia, ist Journalistin. Claudia hat sich die Aufgabe gesetzt, unser DAUERPROJEKT in Schriftform zu bringen – also unser Gesamtziel für Tiko. Sie werden bald mehr darüber erfahren! Vielen Dank, Claudia, und auch Helmut, dem Schatzmeister von Laer, und all den anderen, die mitgeholfen haben. Wie wir hier sagen, Gott ist wahrlich groß.

 

Erfolgreiche Mädchen und Jungen der Taschengeldgruppe

Vier Mitglieder dieser Gruppe haben mit Erfolg Gemüse angebaut und bringen es Tiko. Christine kauft ihr Gemüse, das entweder für das Restaurant verwendet, vom Tiko-Team gekauft, ans Vieh verfüttert oder im Entwässerungsgerät für die Trockenzeit getrocknet wird.

Mädchen der Taschengeldgruppe beim Gemüseverkauf

 

Planung für die Hungerhilfe

Wir untersuchen ganz intensiv die Frage, wie viel Saatgut für die nächste Pflanzzeit gebraucht wird und wie viel lokal angebaute Produkte wir brauchen, um unserem Team in der Zeit des Hungers Hilfe zu leisten. Wir fragen alle, wie viel Land sie besitzen. Jonathan, unser überaus tüchtiger Nachtwächter, wohnt zum Beispiel in einer Mietunterkunft in Katete, besitzt aber ungefähr 30 km von hier zwei Hektar Land. Einer seiner Söhne ist ein „Taschengeld-Student“ und wird hoffentlich in der Lage sein, unser fein ausgearbeitetes Projekt „Schritte aus der Armut“ in die Praxis umzusetzen.

Jonathans Sohn verkauft Gemüse bei der Taschengeldgruppe

 

Neues GlobalGiving-Projekt gestartet

Das neue Projekt, das in unserem letzten Newsletter angekündigt wurde, ist angelaufen! Ziel ist es, 4.441 € für die Bekämpfung von Unterernährung bereitzustellen und eine ausgewogene Ernährung unserer Familien zu gewährleisten. Es wäre ein wunderbares, zielführendes Unterfangen, wenn Sie in diesen Wochen vor Weihnachten helfen könnten:

Um zu spenden, besuchen Sie bitte unsere Seite hier: GlobalGiving-Website

 

Zusammenfassung: Die Kinder des Katete-Distrikts in Sambia leiden unter einer sehr hohen Unterernährungsrate. In unserem vorherigen Projekt haben wir ein Nahrungsergänzungsmittel, ONENEPA, mit einer Gruppe von Kindern getestet und festgestellt, dass es Wachstum und Gewichtszunahme fördert, während der Appetit erhalten bleibt. Da Ernährung eine Familienangelegenheit ist, wollen wir mit ganzen Familien herausfinden, ob sie tatsächlich eine ausgewogene Ernährung erreichen, indem sie das dazu erforderliche Gemüse in ihren Gärten anbauen, plus Moringa. Sie erhalten von uns Erdnüsse, sodass sie aus Erdnüssen plus Moringa, die das komplette Protein produzieren, den vollen Nutzen ziehen können. Die Gesundheitsdaten der Familien werden viermal im Jahr aufgezeichnet.

Herausforderung: Im Katete-Distrikt besteht der größte Teil der Mahlzeiten pro Tag aus Mais. Mais liefert Energie aus Kohlenhydraten, enthält aber nur sehr wenig Eiweiß, Vitamine oder Mineralien, die der wachsende Körper benötigt. Tiko hat den Menschen beigebracht, sich ausgewogen zu ernähren, und viele unserer Freiwilligen pflanzen mehr Gemüse an als je zuvor. Sie erkennen, dass Moringa-Pulver oder Moringa-Blätter zusammen mit Erdnüssen oder anderen Hülsenfrüchten viel notwendiges Protein liefern.

Lösung: Als Alternative zu Mais hilft Tiko den Teilnehmern dabei, andere trockenresistente Pflanzen anzupflanzen, aus denen Nsima hergestellt werden kann, wodurch Unterernährung aufgrund von Nahrungsmangel verhindert wird. Tiko ermutigt die Familien nicht nur dazu, gegebenenfalls ihre Ernährung zu ändern, sondern stellt auch ONENEPA bereit, eine Nahrungsergänzung, die bei unterernährten Kindern Wunder wirkt. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass die Familien Moringa (eine sehr nahrhafte Pflanzennahrung), Erdnüsse und lokales, saisonales Gemüse anbauen. Um sicherzustellen, dass sie Moringa zusammen mit Erdnüssen essen, erhalten alle Haushalte 1 kg Erdnüsse pro Woche.

Langzeitwirkung: Unterernährung im Kindesalter wirkt sich lebenslang negativ aus, was zu geringerer Körpergröße, Entwicklungsverzögerungen und zu einer Beeinträchtigung der Widerstandsfähigkeit sowie der geistigen Funktionen führt. Durch die Bereitstellung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Bedarf, durch andere Formen der Unterstützung für zusätzliche Mahlzeiten und durch die dauerhafte Unterweisung über die richtige Ernährung der gesamten Familie möchte Tiko das Auftreten von Mangelernährung verringern und den Kindern des Katete-Distrikts die Möglichkeit geben, sich voll zu entwickeln.

 

Schatzkiste

Unser Fragebogen zum Thema Armut enthält Fragen zu Möbeln, aber natürlich haben die meisten Menschen hier keine Schränke oder Schubladen oder einen Kleiderschrank. Koffer sind also eine Schatzkiste – ein Ort, an dem nicht nur Kleidung, sondern auch kleine wertgeschätzte Gegenstände aufbewahrt werden. Jens‘ Gruppe hat zehn Koffer mitgebracht und zurückgelassen. Größtenteils sind sie noch mit Kleidern gefüllt, die in dieser kalten Jahreszeit besonders willkommen sind und gesondert verteilt werden.

Überglückliche Frauen auf dem Heimweg mit ihren Koffern

 

Gartenzaun des Tiko-Teams ein Erfolg

Anfang dieses Jahres unterstützte die Roundtrip Foundation Mitglieder des Tiko-Teams mit einer Spende von jeweils K500 (US $ 50) für den Bau von Zäunen an ihren Häusern, damit sie ihre Gemüsegärten vor Hühnern und anderem Vieh schützen könnten. Herr Karaoke Nyirenda, Vorsitzender des Verwaltungsausschusses, berichtet nun:
„Zäune wurden gebaut und das Gemüse ist prächtig gediehen! Wir grüßen unsere Freunde, die uns die Ressourcen zur Verfügung gestellt haben. Möge Gott sie reichlich segnen! Herzlichen Dank.“

 

Tikos Hühnerprobleme

Das waren die guten Nachrichten! Die schlechte Nachricht ist, dass wir ein ernstes Problem mit unserem Nachbarn beim St. Francis Hospital haben. Er hat jetzt 15 fette Hühner und 12 Perlhühner, die sich frei bewegen und sich jeden Tag auf unserem Land über all unsere Produkte hermachen. Leider ist die Hälfte des Gemüsegartens von Tiko immer noch nicht sehr ertragreich. Wir haben zwar lebende Zäune, Blumen und Moringa gepflanzt – aber davon ist nichts mehr übrig.
Jahrelang haben wir versucht, mit dem jungen Mann, der dort lebt, zu sprechen und haben ihn gebeten, einen Zaun zu bauen, um seine Hühner zurückzuhalten. Da aber kaum die Aussicht besteht, dass er einen Zaun errichtet, haben wir nun beschlossen, ihm zu schreiben und ihm anzubieten, seine Vögel zu einem reduzierten Preis zu kaufen, da sie durch das Fressen von Tiko-Futter so groß geworden sind! Sie zu fangen oder auf unserem Grund und Boden abzuschießen, ist keine Option, da unsere Leute Angst haben, verflucht zu werden.
Wir wollen jetzt unseren Chef Mbang’ombe um Unterstützung bei der Lösung dieser frustrierenden Situation bitten. Wir halten Sie also auf dem Laufenden!

In den letzten Wochen sind die Tagestemperaturen auf 22 Grad und die Nachttemperaturen auf 11 Grad gesunken – das ist für uns kalt! Aber wir überleben – und im Geist sind wir stark!

 

Joyce setzt alle Tiko-Ideen auf ihrem Gelände um

Was Joyce nicht alles ist: Mutter unserer Hunde, Elkes Haushälterin, Leiterin der Cinamwali-Gruppe (Initiations-Tanzgruppe), beste aller Trommlerinnen und exzellente Trommellehrerin, Sängerin und Tänzerin!!
Das Projekt „19 Schritte aus der Armut“ setzt sie bei sich zu Hause und auf ihrem eigenen Land voll um; einschließlich der Komposttoilette. Mit ihrer Cinamwali-Gruppe demonstriert sie auch, dass sich die Stellung der Frauen wandelt. Was für eine großartige Frau!

Auf ihrem Hof unterweist Joyce Mädchen über die sich verändernde Stellung der Frauen.

 

Die Zeit der Not hat am 9. September 2019 begonnen

In Sambia hat eine Zeit der Nahrungsnot begonnen, doch die Leute da oben wollen die Welt nicht beunruhigen. Die Ernährungssituation ist hier mittlerweile für viele Menschen alarmierend. Obwohl die Dürre in der Ostprovinz nicht so schlimm ist wie im Süden, haben viele Menschen bis zur nächsten Ernte nicht genug zum Überleben. Es gibt auch nicht genug Saatgut. Es ist ein Glück, dass wir so viel Nahrungsmittel wie möglich gekauft haben, aber auch das wird nicht ausreichen. Es ist traurig, aber die Hungersnot wirft bereits ihre ersten Schatten voraus.
Leider wird schon berichtet, dass Hühner (darunter drei von Tiko) gestohlen wurden, und dass Diebe – zum Teil mit Erfolg – unfertige Fenster einzudrücken versuchten, um in die Häuser der Menschen einzubrechen.

 

Ausblick

Trotz unserer Herausforderungen werden wir, wie Sie wissen, mit Ihrer Hilfe unser Möglichstes tun und Sie werden merken, dass wir uns wahrlich voll ins Zeug legen. Für die Zukunft hegen wir zwei Hoffnungen:

Die eine besteht in einem Antrag an ein sambisches Ministerium, Frauen den Anbau von Produkten für den Markt zu gestatten. Wir hoffen herauszufinden, wie viel sie ernten und dann einen Mehrwert aufschlagen können, um Gewinn – und somit ein Einkommen – erzielen zu können. Community Markets for Conservation (COMACO) ist ein soziales Unternehmen, das sich für den Naturschutz und für Kleinbauern in Ostsambia einsetzt. Sie kommen morgen zu uns, um zu schauen, ob sie einen Ernteüberschuss unserer Bauern aufkaufen können, um ihn in ihre lange Liste von Produkten aufzunehmen.

Die andere Hoffnung liegt in einem Antrag bei einer Gruppe, von der uns unser Freund Federico erzählt hat. Es geht dabei um den Aufbau von Kapazitäten, um Catherine Mpakateni auf einen Managementkurs in Melbourne zu schicken.

Alan, ehemals bei Lonely Planet und jetzt bei der ROUNDTRIP FOUNDATION, wird dabei behilflich sein, einen Nachfolger für mich zu formen. Ich bin vielleicht noch lange da, aber ich würde gerne in meinem Hinterzimmer weilen, mit Kindern spielen und lesen und – wenn gewünscht – mit Ratschlägen helfen. Wir werden das schon hinbekommen, stimmt‘s?

 

Mit all meiner Liebe und den allerbesten Wünschen und Dank,
Ihre Elke und das Team

 

Wichtig: Bankkonten in Chipata. Das Projektkonto wird ausschließlich für das „19 Schritte aus der Armut Projekt“ genutzt. Alle zukünftigen Zahlungen sollten auf das Hauptkonto (General Account) gemacht werden: Tikondane Community Centre A/c No: 04-1097493 Webseite: www.tikondane.org Deutsch: www.tikondane.de Zu Konto-Details für Spenden siehe „Spenden-Seite“ (Donations page) und PayPal Dieser Newsletter wurde von einem Tiko-Freund in Großbritannien verschickt. Richten Sie jegliche Anfragen/Newsletter-Abonnierungen oder -Kündigungen/Kontakt-Updates an tikoeducation@gmail.com

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