2020 Newsletter Nr. 1

Liebe Freunde,

leider gibt es jetzt ein völlig unerwartetes Problem, das uns Sorgen bereitet! Das Coronavirus (Covid-19) beherrscht die Nachrichten und breitet sich weiter aus, aber zum Glück stehen wir noch nicht auf der Liste der als gefährdet geltenden afrikanischen Staaten. Es erhebt sich jetzt aber die Frage, ob ich wie geplant in sechs Wochen meine Reise unternehmen kann, die ja bereits gebucht ist. (Update 22.03.2020: leider musste Elke ihre Reisepläne vorerst absagen.)

 

Über meine eigene Zukunft kann ich jetzt beruhigt sein: ich habe inzwischen Dokumente bekommen, die zusichern, dass ich so lange, wie ich es benötige, in meinem Haus bleiben kann. Das ist auch für die Tiko-Familie wichtig, und auch wenn zweifellos das Geld knapp sein wird, ist es für die Menschen wichtig, zu wissen, dass wir nicht aufgeben werden. Meine Pension wird nicht ausreichen, um die Dinge am Laufen zu halten, also müssen wir unbedingt Möglichkeiten finden, weiter zu existieren. Wir sind dankbar für jede Art Hilfe, aber wir wollen auch weiterhin über Menschen berichten, die es schaffen, unter allen Umständen Freude an ihrem Leben zu haben und es gerne mit Besuchern und freiwilligen Helfern zu teilen.

 

EINE BESUCHERIN UND EINE FREIWILLIGE IN GRUPPENARBEIT MIT INTERNEN 

Wir haben drei Freiwillige: Bella aus Deutschland wird drei Monate lang bei uns bleiben. Sie hier zu haben ist eine Freude. Sie arbeitet gerade an ihrer Master-Arbeit über den Klimawandel. Das ist natürlich ein zentrales Problem bei unserem “19 Schritte Programm“. Als wir sie zu anderen NGOs begleiteten, erfuhren wir von einer Konferenz Ende Februar auf einer Expo des Katete-Distrikts und aller anderen östlichen Provinzen bei der Ngoni Kultur-Zeremonie, die mit unserer KULAMBA vergleichbar ist. Weil die Haupt-Themen Tourismus und Klimawandel sind, beschlossen wir, daran teilzunehmen.

Auch Sandra aus den Niederlanden ist bei uns. Sie arbeitet mit einer Gruppe aus Sambia zusammen und untersucht den Umgang mit Geld, d.h. das Sparverhalten. Ihre Ausgangsbasis war der soziale Kontext des Vertrauens bei Ehepaaren.

In Kürze kommt Theresa aus Deutschland, um den Spracherwerb zu untersuchen.

Bella aus Deutschland sitzt fröhlich im Gras. Gonda aus Belgien, die mit ihrem Ehemann zum fünften Mal in Tiko ist, sitzt zwischen Ennie (Nahrungsproduktion, Yoga) und Jason (Instandhaltung, Management, Yoga).

 

Unsere begeisterten Besucher aus Belgien, Jan und Gonda, sind schon zum fünften Mal hier und bringen sich wunderbarerweise in praktischen Dingen ein. Sie kümmern sich um Agnes (von der Rezeption), die einen Schlaganfall hatte, und besuchen sie jeden Tag! Sie halfen auch mit Fahrrädern, so dass Bella zu ihren Interviews fahren kann. Sie werden auch ein großes Gehege für die Hunde anlegen, damit sie tagsüber mehr Auslauf haben. Außerdem werden sie einige Mitglieder unseres Teams nach Kasisi schicken, wo es Kurse über Permakultur und vieles andere gibt. All diese Hilfe bekommen wir von ihnen, weil sie jeden Tag beobachten, was für uns nötig ist. Das ist einfach wundervoll.

 

NC’WALA – DIE EXPO DER OSTPROVINZEN

NC’WALA ist eine jährliche traditionelle Zeremonie, bei der am letzten Wochenende im Februar das Ngoni-Volk der Ostprovinz von Sambia sich versammelt, um ihrem Obersten Chief Mpezeni und Gott zu huldigen und für die Gabe der ersten Früchte und Ernährung zu danken. Die Feierlichkeiten umfassen spektakuläre Vorführungen traditioneller Aktivitäten und ziehen viele Besucher aus Sambia und benachbarten Regionen an.

Der oberste Chief der Ngoni

Katete gewann den ersten Preis bei der begleitenden Ausstellung, deren Thema Tourismus, Nahrungmittelproduktion und die Auswirkungen des Klimawandels umfasste. Tiko nahm daran teil, und das Interesse an unserer aus einer Mischung aus Cassavamehl und Maismehl zubereiteten Nsima trug sicherlich zu diesem Erfolg bei.

 

ELEKTRIZITÄT

Unsere Abhängigkeit von Elektrizität ist ein echtes Problem. Der Preis hat sich verdoppelt, weil die Nachfrage in Sambia zunimmt, andererseits aber wegen der Abholzung der Wälder zur Gewinnung von Holzkohle die Flüsse und Staudämme zunehmend verschlammen und dadurch weniger Strom aus Wasserkraft gewonnen werden kann. Hinzu kommt das Problem der häufigen Stromausfälle durch Überlastung des Stromnetzes.

Wir haben also Maßnahmen ergriffen: Für die hier wohnenden Studenten, die nur geringe Gebühren zahlen und elektrische Kochplatten benutzen, werden stattdessen Baulas (einfache Metallkocher) und legal produzierte Holzkohle bereitgestellt. Wir baten auch Jan und Gonda, uns bei einer offenen Küche für die Studenten im Sekelani-Gebäude zu helfen; diejenigen im Tiana-Gebäude können auf ihrer großen Veranda kochen.

Der größte Stromfresser ist allerdings die Wasserpumpe, sogar jetzt, wenn es genug Regen gibt und wir die Gärten nicht bewässern.

Jason, unser Hausmeister, wird alles Abwasser aus den verschiedenen Küchen nach draußen leiten, so dass es weiterverwendet werden kann.

Wir glauben, dass mit Holz befeuerte Lehmöfen in größerem Maßstab die Lösung auf den Dörfern sein werden. Allerdings wird es nötig sein, mehr Bäume zu pflanzen, wenn das zu einer Quelle erneuerbarer Energie werden soll.

COMACO (Community Markets for Conservation) machen inzwischen Briketts aus dem trockenen Pflanzenmaterial, das nach der Ernte von Erdnüssen oder anderen Feldfrüchten übrig bleibt, aber bei einem Test stellten wir fest, dass sie zu stark qualmen.

Ein einfacher vor Ort produzierter Lehm-Ofen braucht nur kleine Mengen Holz.

Eine potentielle Lösung für die nationale Stromknappheit könnte die Produktion von Solarstrom in großem Maßstab durch die Elektrizitätsgesellschaft sein, mit Einspeisung ins Stromnetz, aber das ist eine Frage der staatlichen Planung und kann nicht in absehbarer Zeit erwartet werden.

 

DAS IST AFRIKA …. WIE ES JAN ERLEBT HAT!

Ich brauchte für Tiko eine Anmeldung von der Polizeiwache in Katete und brach gegen 9 Uhr auf. Als Erstes ging ich zur AtlasMara Bank, um 50 kwacha Gebühr zu bezahlen. Ich füllte das betreffende Formular aus und nach einer Stunde Schlange Stehen wurde mir gesagt, dass die Nummer der Polizeiwache von Katete unbedingt erforderlich sei. Also ging ich zu Fuß zur Polizeiwache. Die zwei Polizisten konnten mir nicht helfen, und der Offizier war abwesend, vielleicht für den Rest des Tages. Man riet mir, ein Taxi zum Polizei-Hauptquartier am Boma zu nehmen, 4 km für 30 kwacha. Der Offizier dort durfte nur einen blauen Schreibstift benutzen, ich hatte nur einen roten und einen grünen dabei, deshalb musste ich zum Einwanderungs-Amt in einem anderen Gebäude gehen, was ungefähr weitere 20 Minuten brauchte. Danach konnte ich zurück zur Bank und weitere 30 Minuten warten. Aber dieses Mal wurde der Bank-Beleg akzeptiert und offiziell gestempelt. Wieder zurück zur Polizeiwache: „Leider ist ihre Anmeldung noch nicht fertig! Sie muss erst noch im Copy-Shop 5 Minuten von hier getippt werden.“ Also nichts wie hin! Wir mussten ungefähr eine Stunde warten, also sagte man mir, ich solle zurück zum Polizei-Hauptquartier im Boma für einen offiziellen Beleg über die 50 kwacha Gebühr. Wieder 30 kwacha fürs Taxi. Gegen ein Uhr nachmittags war ich schließlich wieder auf der Polizeiwache, wo man mir sagte, einige Dokumente müssten noch fertiggemacht werden, bevor ich die Anmeldung bekommen könnte. “Und wir sind jetzt so hungrig, dass wir nicht mehr weiterarbeiten können, deshalb bekommen Sie Ihre Anmeldung wohl erst morgen, OK?“ Also kaufte ich ein paar Kartoffelchips, und 10 Minuten später verließ ich die Polizeiwache mit der Anmeldung! Um 14 Uhr konnte ich sogar selbst zu Mittag essen!

Wie kann man einem Europäer erklären, dass einen beim fünften Aufenthalt in Tiko nichts mehr überraschen kann und dass man sogar Spaß an der afrikanischen Lebensart hat (obwohl nur vorübergehend…)?

 

DANK AN KATHERINE

Wir sind Katherine sehr dankbar, die von Anfang an dafür verantwortlich war, den Tiko Newsletter an eine immer größere Zahl an Menschen zu verschicken und die Adressenliste immer wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Wir können Dir gar nicht genug danken, Katherine!

Katherine übergibt jetzt diese Aufgabe an Tim Rittman, der schon ein Freund von Tiko war, bevor wir die Newsletters einführten, und der zusammen mit seiner Frau Sandra uns in der ganzen Zeit auf vielfältige Weise geholfen hat. Tim, ein herzliches Willkommen!

 

SPENDEN AN TIKO

Mehr denn je braucht Tiko Spenden, aber bei Spenden an das Bankkonto von Tiko in Sambia werden hohe Gebühren fällig, deshalb ist es nicht praktikabel, kleinere Summen direkt zu überweisen. Unsere Partnerorganisation FPZ (Fighting Poverty in Zambia) mit Sitz in Großbritannien kann kleinere Spendenzahlungen in unserem Namen zusammenfassen und als einzelne größere Überweisung an das Konto von Tiko senden.

Spenden vieler britischer Steuerzahler können nach dem “Gift Aid scheme “ zu 25% begünstigt werden. Spenden aus anderen Ländern werden nicht steuerlich begünstigt, aber vermeiden die zusätzliche Gebühr, die bei einer Spende direkt nach Sambia anfallen würde.

Zahlungen sind möglich unter: www.wonderful.org

oder auf der Website Fighting Poverty in Zambia unter der Rubrik ‘Donate’ die Tiko Community auswählen.

Anmerkung für deutsche Steuerzahler: der gemeinnützige Verein „Freunde von Tikondane e.V.“ nimmt gerne Ihre Spende entgegen und stellt Ihnen eine Spendenbescheinigung (Bestätigung über Geldzuwendung zur Vorlage beim Finanzamt) aus. Jeder Euro ist eine große Hilfe und wird ohne Abzüge weitergegeben. Alle Spenden werden gesammelt und stellvertretend an Elke übergeben.

Weitere Informationen finden Sie unter der Rubrik Unterstütze Tiko

 

MANCHE BESUCHER TAUCHEN EINFACH AUS HEITEREM HIMMEL AUF

Zwei Philosophen aus den USA auf der Suche nach Behandlungsmöglichkeiten haben einem Kräuterkundigen ihr Anliegen vorgetragen.

Ein nützlicher Kontakt? Ein wegen Verkehrsproblemen gestrandetes Paar hat Unterkünfte für Touristen auf zwei Inseln im Lake Malawi.

Ich hoffe sehr, dass ich meine Reisepläne durchführen kann, um mit so vielen meiner Freunde in Europa und Australien, die so großzügige Freunde von Tiko sind, ein weiteres Mal Zeit verbringen zu können.

All unsere Liebe von

Elke und dem Team

 

Wichtig: Bankkonten in Chipata. Das Projektkonto wird ausschließlich für das „19 Schritte aus der Armut Projekt“ genutzt. Alle zukünftigen Zahlungen sollten auf das Hauptkonto (General Account) gemacht werden: Tikondane Community Centre A/c No: 04-1097493

Webseite (englisch): www.tikondane.org     Internetseite (deutsch): www.tikondane.de     Zu Konto-Details für Spenden siehe „Spenden-Seite“: Unterstütze Tiko und PayPal

Dieser Newsletter wurde von einem Tiko-Freund in Großbritannien verschickt. Richten Sie jegliche Anfragen / Newsletter-Abonnierungen oder -Kündigungen / Kontakt-Updates bitte an tikoeducation@gmail.com

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