2020 Newsletter Nr. 4

Juli 2020

Liebe Freunde, 

Wie Sie sich alle vorstellen können, ist es in Tiko, wo normalerweise große Geschäftigkeit herrscht, jetzt seltsam still. Zwar hat uns das Covid-19-Virus selbst noch nicht erreicht, aber Tiko, das ja von den Einkünften aus der Lodge und den Spenden unserer vielen Freunde gelebt hat, ist schwer betroffen. Der Tourismus ist jetzt tot und wird es noch lange bleiben – mit seiner Covid-19-Kurve liegt Afrika Monate hinter anderen Kontinenten zurück, und selbst wenn die Grenzen wieder geöffnet werden, wird niemand an Orte kommen wollen, wo ein großes Risiko besteht. Was sollen wir also tun? 

 

Dieses reizende holländische Ehepaar ist in Tiko aufgetaucht, also haben wir die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen und sie aufgenommen. Wie viele andere Besucher Sambias aus anderen Ländern konnten sie ihre geplante Heimreise nicht antreten, da so viele Flüge gestrichen wurden.

 

Unser Überleben hängt von Spenden ab. Aus der Lodge und dem Restaurant haben wir keine Einnahmen mehr! 

Das war noch nie so wahr wie heute. Tiko braucht mindestens 5.000 Dollar im Monat, um zu überleben. Wir stehen immer auf Messers Schneide, aber jetzt haben wir kein Einkommen mehr aus der Lodge und dem Restaurant. 

Wir haben immer noch Ausgaben wie Beihilfen für das Team, allgemeine Ausgaben wie Strom und Internet sowie unerwartete Kosten (z.B. Reparaturen an der Wasserpumpe). Diese konkurrieren mit den Kosten für Ausbildung, Unternehmertum, Stipendien für die Erwachsenen im Team, für Gesundheitsversorgung und Projekte zur Bekämpfung des Hungers sowie die Hungerhilfe. 

Wir freuen uns über jede Spende, egal wie groß oder klein, sei es über die GlobalGiving-Website, die in der Spendentabelle unten aufgeführten Organisationen oder direkt auf das Tiko-Konto bei der Barclays Bank in Chipata. 

 

Neuer Name für das Bankkonto der RoundTrip Foundation 

Liebe Australische Freunde, beachten Sie bitte, dass die RoundTrip Foundation den Namen ihres Bankkontos an den Namen der Stiftung angepasst hat (siehe Spendentabelle). 

Spenden (steuerlich absetzbar) können an folgendes Konto geschickt werden: 

RoundTrip Foundation on behalf of Tikondane Bank: Westpac: Account Name: RoundTrip Foundation BSB 033289: Account No: 334319

 

Projekt zur Herstellung von ONENEPA

Wir hatten große Hoffnungen, dass unser geplantes ONENEPA-Projekt, – falls wir es zum Laufen bringen, uns ein ausreichendes Einkommen verschaffen könnte, und dass zusammen mit den Einnahmen aus der Lodge das Überleben von Tiko gesichert wäre, ohne so stark von Spenden abhängig zu sein. Leider mussten wir diesen Traum auf Eis legen, aber wir sind immer noch dabei, die Pläne weiter auszuarbeiten. 

Aber unsere Träume sind groß: Wir haben beantragt, im St.-Francis-Krankenhaus Studien mit ONENEPA zu durchzuführen; wir haben ein Muster der neuesten Produktion an das Bureau of Standards geschickt. Wir hoffen, dass der Antrag für eine Produktionseinheit, der in unserem Namen in Melbourne gestellt wurde, genehmigt wird. Außerdem hoffen wir, mit Hilfe von Frederico beim Antrag auf eine italienisches Anleihe die zweite Hürde zu nehmen. 

 

Hühner und Zäune – eine unendliche Geschichte 

Um den Menschen vor Ort zu helfen, konzentriert sich Tiko seit vielen Jahren darauf, sie zu ermutigen, ihren Anbau von Nutzpflanzen zu diversifizieren, also Nahrungsmittel anzubauen, die für eine ausgeglichene Ernährung sorgen, ihre Gesundheit fördern und dabei kostengünstig sind. Dies bedeutet den Anbau einer Vielzahl von Gemüsesorten, insbesondere von Hülsenfrüchten, aber wenn es um Gemüse geht, gibt es immer noch Probleme. 

Letztes Jahr half die Roundtrip Foundation mit Zäunen, um die Ernte vor freilaufenden Kühen zu schützen, und diese funktionieren im Grunde genommen ganz gut. Die Hühner sind jedoch immer noch ein Problem. Tiko kündigte seinen Nachbarn an, dass marodierende Hühner getötet würden, und – siehe da – die Hühner der Nachbarn sind nicht mehr zu sehen; allerdings haben Nachbarn einige Hühner der 75 Mitarbeiter von Tiko umgebracht. Nachdem wir erfolglos alle Instanzen einschließlich des Häuptlings durchlaufen hatten, hat es sich doch gelohnt: eine gewisse Einsicht  ist entstanden. Jetzt bitten jedoch einige Mitglieder unseres Teams um Hilfe für Drahtzäune, um ihr Gemüse vor ihren eigenen Hühnern zu schützen. Angesichts unserer ständigen Betonung der Selbsthilfe zum Überleben bestehen wir aber darauf, dass alle Familien BAG GARDENS für den Gemüseanbau nutzen. Die Zukunft gehört den mit Erde gefüllten Säcken, die an der Hauswand stehen können und viel Wasser sparen. 

Im vergangenen Jahr unterstützten Spender aus Großbritannien das Taschengeldprojekt. Dabei wurde den Kindern des Teams beigebracht, wie man in Sackgärten Gemüse anbaut, und sie zeigten stolz ihre Ernten. Von den 28 Teilnehmern der kürzlichen Umfrage pflanzen aber dieses Jahr nur vier an. Die übrigen 24 gaben wegen der Konkurrenz mit den Hühnern ihrer eigenen Familie sowie der ihrer Nachbarn auf.  

Brandneu: Ein Spender ist eingesprungen, und Hühnerdraht wird verteilt an diejenigen, die mit dem Anbau von Gemüse in Sackgärten beginnen, so wie die Kinder es beim Taschengeld gelernt hatten, zusammen mit der Herstellung von Kompost.

 

Wilson unser neuer Praktikant

Dies ist die Geschichte von Wilson. Wilson ist 27 Jahre alt und hat vor vier Jahren die 12. Klasse abgeschlossen. Eine Zeit lang arbeitete er bei AIRTEL, aber die Arbeit auf Provisionsbasis brachte Schwierigkeiten mit seinen Vorgesetzten – dies ist Afrika. Er lebt mit seiner Mutter und zwei jüngeren Geschwistern zusammen, die beide in der 12. Klasse sind und kurz vor den Abschluss-Prüfungen stehen, wobei übrigens neue Kosten anstehen, z.B. für Personalausweise. 

Wilson ist bereit, in unserem Garten zu arbeiten und seinen Freund Evans zu ersetzen, der aus irgendeinem Grund von seinem Vater nach Lusaka gerufen wurde. Wir befürchten, dass er nicht zurückkehren wird. 

In unserer gegenwärtigen Lage können wir Wilson nur 15 A$ für Teilzeitarbeit in einem Monat bezahlen. Wir hoffen, dass er unseren letzten jungen IT-Mann ersetzen wird, der irgendwie seine eigenen Vorstellungen hatte, wann er zur Arbeit kommen sollte. 

 

Der Erfolg von Agnes, der Rezeptionistin von Tiko, ist ein Grund zu Jubeln

Agnes kam 2004 nach Tiko. Wegen zu vieler Kinder in ihrer Familie hatte sie wenig Gelegenheit zur Schulbildung, arbeitete aber dennoch zehn Jahre lang zuverlässig als eine der beiden Empfangsdamen von Tiko. Im letzten Jahr hatte sie jedoch einen Schlaganfall und war rechtsseitig schwer behindert. 

Agnes arbeitete hart an sich, und mit der Hilfe ihres Mannes, ihres Sohnes und eines weiteren Verwandten, der jeden zweiten Monat kam, ging es ihr allmählich etwas besser.

Als Jan und Gonda aus Belgien wie seit vielen Jahren nach Tiko kamen, nahm Ennie, die Nichte von Agnes, Gonda zu Agnes und ihrer Familie mit. Danach besuchten Jan und Gonda sie jeden Tag und brachten sie zweimal die Woche zur Physiotherapie ins Krankenhaus, bis zu ihrer Heimreise am 5. März. Bei ihrer Abfahrt sah Agnes schon viel besser aus, aber jetzt wären Jan und Gonda wirklich beeindruckt. Als wir Agnes kürzlich besuchten, war sie fast ganz auf den Beinen, sah gut aus, saß aufrecht, sprach verständlich, brauchte keine orthopädischen Fingerstrecker mehr und hatte insgesamt große Fortschritte gemacht. Wir gratulieren von ganzem Herzen Jan und Gonda und allen, die mit Agnes zusammengearbeitet haben, um dieses Ergebnis zu erreichen.

 

IN TIKO GEHT DAS LEBEN WEITER

Yoga – mit sorgfältig auf Abstand verteilten Matten. Die gestapelten Säcke im hinteren Teil enthalten Mais, der getrocknet werden muss, bevor er in die Silos gefüllt werden kann – ursprünglich wurde Yoga den Mitgliedern von Tiko empfohlen, um irgendwann Yoga-Workshops mit Lehrern und Schülern aus Übersee in Tiko abzuhalten. Es ist sehr erhebend,  zu beobachten, dass etwa 12 Mitglieder regelmäßig daran teilnehmen. Es gibt auch eine Gruppe von Frauen, die Power Walking auf dem Fussballfeld betreiben, wodurch Elke immer schneller wird.

 

Gesundheitspflege

Tigris händigt Zamiwe orales Rehydratationssalz für ihren anderthalb Jahre alten Sohn Sylvester aus. In seiner Wachstumstabelle gab es einen starken Knick, und wir versuchten, höhere Dosen unserer ONENEPA-ZUSATZNAHRUNG zu verabreichen. Am nächsten Tag kam Zamiwe, um Durchfall zu melden, so dass Sylvester sowohl Zink als auch ORS (orale Rehydratationslösung) erhielt, und seine Mutter bekam etwas Chlor zur Desinfektion ihres Brunnens.

Durchfall ist ein häufiges Problem in den Ansiedlungen, bei denen eine Familie, völlig korrekt, ihren Brunnen an einem Ende ihres Landes etwas höher und die Grubenlatrine am anderen Ende etwas tiefer setzt. Das Problem ist nur, dass ihre Nachbarn das gleiche tun. Das bedeutet, dass ihr Brunnen sich neben der Toilette der ersten Familie befindet, und so geht es weiter durch das ganze Dorf. Wenn man die Leute dazu bringen könnte, Toilette an Toilette und Brunnen an Brunnen zu setzen, wäre es etwas besser, aber Planung ist hier nicht Teil des Systems. Leider sind unsere Komposttoiletten teurer als Grubenlatrinen, die offiziell empfohlen sind, da sie eine Verbesserung gegenüber einem einfachen „Besuch im Busch“ darstellen. 

Ezara, ehrenamtlicher Praktikant, und seine Frau Mary lernten sich 2016 in Tiko kennen, während beide am Tiko-Kurs „19 Schritte aus der Armut für Selbstversorger“ teilnahmen. Er ist ein guter Bauer und sie bleibt zu Hause und sorgt für ihre blinde Mutter. 

Ihr Baby Precious ist zwei Monate alt. Sie hat schweren Strabismus (ihre Augen schauen nicht in die gleiche Richtung, d.h. sie schielt). Deshalb versuchen wir, einen Spezialisten zu finden, der ihnen helfen kann. 

 

Gemeinschaftsdienst 

Seit vielen Jahren helfen wir Patienten, die aus dem Krankenhaus entlassen werden, indem wir denen, die kein Geld für den Heimtransport haben, das nötige Geld geben. Es ist beeindruckend, dass dieser Dienst nicht missbraucht wird, aber sie schämen sich wahrscheinlich, wenn es keine Großfamilie gibt, die ihnen hilft und Geld für den Transport zur Verfügung stellt. 

Die Großmutter hält das Neugeborene im Arm; die Mutter hat es nicht geschafft, mit ihr zu kommen und um Hilfe zu bitten.

In dieser unsicheren Zeit ist verständlicherweise dieser Rundbrief kürzer als üblich, da viele unserer Aktivitäten, die mit Touristen zu tun haben, völlig zum Erliegen gekommen sind. Wir sind jedoch dabei, Erdmandeln zu schälen und arbeiten daran, gutes Saatgut zu beschaffen, das an unser Team geht, und wie immer haben wir unsere Treffen …. 

 

Wir wissen, dass Ihre Gedanken und Gebete noch immer bei uns sind, und in dieser für die Menschen auf der ganzen Welt schwierigen Zeit denken wir auch an Sie. Nach dem Erscheinen von Covid-19 ist die Weltkarte zunehmend Teil der Vorstellung unsereres Teams, weil wir einmal pro Woche die Weltlage studieren und versuchen, uns vorzustellen, wie es da ist, wo Sie sind.  

 

Wenn Sie möchten, schreiben Sie uns bitte, wie das Virus Ihr Leben verändert, es wäre so interessant für uns. 

 

Mit all unserer Liebe, und passen Sie gut auf sich auf! 

 Elke und die Crew 

 

Wichtig: Bankkonten in Chipata. Das Projektkonto wird ausschließlich für das „19 Schritte aus der Armut Projekt“ genutzt. Alle zukünftigen Zahlungen sollten auf das Hauptkonto (General Account) gemacht werden: Tikondane Community Centre A/c No: 04-1097493

Webseite (englisch): www.tikondane.org Internetseite (deutsch): www.tikondane.de Zu Konto-Details für Spenden siehe „Spenden-Seite“: Unterstütze Tiko und PayPal

Dieser Newsletter wurde von einem Tiko-Freund in Großbritannien verschickt. Richten Sie jegliche Anfragen / Newsletter-Abonnierungen oder -Kündigungen / Kontakt-Updates bitte an tikoeducation@gmail.com

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